Blogger machen Mut: Mein Leben mit … Tinnitus

4. Mai 2015

Blogparade "Mein Leben mit ..." Blogger machen Mut

Hallo, liebe Welt!

Ich bin Teil einer Blogparade, die sich jenseits von Kosmetik, Hauls und Habenwollen-Beiträgen bewegt und ich hoffe, ich kann damit einige erreichen. Es geht darum, anderen Menschen Mut zu machen und Geschichten zu erzählen, die das Leben geschrieben hat. Ob Schicksalsschlag, außergewöhnliche Lebensart oder Krankheiten, die einen aus der Bahn geworfen haben. Wir möchten Mut machen, nicht aufzugeben, sich vielleicht im ein oder anderen Bericht wiederzufinden und Erfahrungen zu teilen. Wir möchten gerne mit euch ins Gespräch kommen, von anderen lernen und uns austauschen. Ihr seid herzlich eingeladen, zu kommentieren, Fragen zu stellen oder eure Geschichte zu erzählen. Wenn ihr an der ein oder anderen Thematik Interesse habt: Folgt den Fotolinks und sucht nach „Mein Leben mit“. Dann werdet ihr auch die vergangenen Beiträge auf den belebten Blogs finden.

Zu meiner Geschichte:

Ihr habt schon im Blogtitel gesehen: Ich leide (mal mehr und mal weniger) unter Tinnitus, einem bei mir recht hohen Klingeln bzw. eher Fiepen, das wechselseitig variiert. Das Fiepen existiert nur in meinem Kopf und ist nicht messbar. Falsch verknüpfte Synapsen spielen immer und immer wieder diese Geräusche ab. Beim Tinnitus können einfache Töne oder gar komplexe Melodien wie z.B. Türknarren, Handytöne usw. „abgespielt werden“. Manchmal ändern sich die Frequenzhöhen bei mir schlagartig (auf einem Ohr irre hoch und auf dem anderen sehr tief), sodass mir schwindelig wird und ich wie ein betrunkenes Huhn herumtorkle. Mein Gleichgewicht ist also nicht mehr so bombastisch verlässlich, als dass ich z.B. noch auf hohen Bergen wandern gehen würde. Wäre mir zu gefährlich und lebensmüde bin ich noch lange nicht.

Blogparade "Mein Leben mit ..." Blogger machen Mut

Wann fing es an?

Vor 8 Jahren hatte ich aufgrund plötzlicher Lautstärke einen Hörsturz mit Tinnitus. Mir war kurz recht schwummrig und ich wunderte mich über ein fast vakuumiertes Gefühl im Kopf: ringsherum alles ruhig, aber ein sehr starkes Fiepen im Kopf. Das kannte ich ja schon von Konzerten. Aber das fiese Fiepen verschwand stets nach wenigen Stunden. Umso schrecklicher, als diese Töne blieben und zwar bis zum heutigen Tag.

Was hast du dagegen gemacht?

Ich bekam nach nicht ganz 24 Stunden meine erste von 14 Infusionen, die mein Blut verdünnen und den Tinnitus vertreiben sollten. Jeden Tag also in die Klinik gefahren und enttäuscht feststellen müssen, dass es nichts brachte. Das Fiepen machte mich wahnsinnig und ich war aufgedreht wie ein überzüchteter Schoßhund, der nicht wusste, was um ihn herum passierte. Die Ärztin sagte mir damals auf meine Frage „Was kann ich denn jetzt noch tun?“: „Sie müssen sich daran gewöhnen und lernen, mit dem Tinnitus umzugehen.“ Für mich völlig unverständlich und ich stand mit offenem Mund da. 2007 war das. Ich habe viele Artikel, Forenbeiträge und Erfahrungsberichte gelesen, auf Werbeanzeigen geklickt, die Linderung durch Klangtherapien versprachen und sogar hypnotische Musik gehört. Nichts von alledem führte jedoch zu einer Erleichterung.

Wie belastet dich der Tinnitus im Alltag?

Es ist tatsächlich verblüffend, dass die Ärztin Recht behalten sollte: Man gewöhnt sich daran und so fiept es immer (außer, wenn ich schlafe) in meinem Kopf. Auch jetzt ist es nicht still und in meinem linken Ohr ist mehr los als rechts. Für Außenstehende ist es sehr abstrakt, da sich die meisten nicht vorstellen können, mit Dauerbepiepsung durchs Leben zu gehen. Und in der Tat, es nervt enorm! Gerade in Stresssituationen wird der Tinnitus unerträglich laut und bringt natürlich noch mehr Unruhe in den eigenen Gemütszustand. Wenn man sich da nicht selbst beruhigen kann, endet eine Präsentation womöglich fitzig, obwohl man sehr gut vorbereitet ist. Das ist auch ein Grund, warum ich mich nie darauf vorbereite. Kleiner Trick, der funktioniert. So nehme ich mir die Aufregung und dem Tinnitus den Nährboden.

Was machst du aktuell dagegen?

Momentan befinde ich mich in einer Akupunkturtherapie bei Dr. Yury Yarin, den ich sehr empfehlen kann. Er ist angenehm ruhig und wird umso aufgeweckter, je interessierter man ist. Ich habe wirklich viel von ihm gelernt (das klingt seltsam), doch es ist so: Wir verstehen unsere Körper einfach nicht. Das ist nicht seine Erkenntnis, sondern meine, nachdem ich all das gierig aufgesogen habe, was er mir erzählte. Akupunktur hat mir wirklich die Augen geöffnet. Jeder Punkt des Körpers möchte uns etwas mitteilen. Uns durchfließt eine Energie, die wir einfach nicht beachten oder zu wenig. Statt zum Arzt zu rennen und gedankenlos Salben, Tabletten und Spritzen in Empfang zu nehmen, sollten wir uns mehr mit unserem Körper und seinen Bedürfnissen beschäftigten. Es ist verblüffend, was der Doktor mit gezielten Massagegriffen und Nadeln an der richtigen Stelle aus meinem seit Jahren verspannten Rücken machen konnte. Meine Muskeln sind gelockert und ich kann meinen Hals so drehen, dass ich schmerzfrei hinter mich blicken und das Kinn auf die Schulter legen kann. Bei mir kommt viel aus dem Rücken und dem Kiefer. Anspannung verstärkt den Tinnitus nur, weswegen ich mich bewusster bewege; nicht krampfhaft sauber oder stets aufrecht, sondern abwechslungsreich … mal zusammengesackt, mal aufrecht, stehen, liegen, laufen. All das ist sehr wichtig.

Ebenfalls habe ich mir eine Akupressurmatte gekauft, von der ich sehr begeistert bin. Tausende „Spikes“ bzw. Stacheln presst man durch sein Eigengewicht in die Haut. Das durchblutet nicht nur, sondern belebt und entspannt gleichzeitig. Selbst, wenn der Tinnitus bleibt, bin ich doch begeistert, welche Horizonterweiterung mir die Akupunktur gebracht hat. Ich bin offener geworden, meinen Körper zu erforschen, Zusammenhänge zu begreifen und mehr Sorge für den Erhalt meiner Gesundheit zu tragen.

Tinnitus Therapie durch Akupunktur in Dresden bei Dr. Yury Yarin

Bevor ich die Therapie begonnen habe, lag die Frequenz meines Tinnitus bei 11000 Hertz. Ich habe den Test gerade wieder gemacht und nun liegt sie bei 8000 Hertz. Wie man das bestimmt? Man wählt die unterschiedlichen Frequenzen an und wenn man eine Frequenz nicht wahrnimmt, weil sie nicht von der eigenen abweicht, hat man einen ungefähren Richtwert zum eigenen Tinnitusgeräusch.

Und das soll Mut machen? Bei dir fiept’s ja noch!

Das soll Mut machen. Wenn ihr auch ein Päckchen mit euch herumtragt, das euch scheinbar isoliert, euch die Kräfte raubt oder zu Wellen der Verzweiflung führt: Gebt nicht auf! Es kann eine Chance sein, zu lernen, mit schwierigen Dingen klarzukommen und aus scheinbar schrecklichen Situationen Wege zu finden. Ihr seid nie allein und das Wichtigste: Vertraut euch anderen an und sprecht darüber. Ihr werdet erstaunt sein, dass es mehr Leute betrifft, als ihr glaubtet, sie aber einfach nicht darüber sprechen. Irgendjemand muss anfangen! Ob Depression, eine scheinbar peinliche Krankheit, Intimes oder schlecht Beschreibbares: Nichts Menschliches ist uns fremd! Ihr braucht nur den passenden Ansprechpartner und müsst darauf bestehen, ernstgenommen zu werden. Ich gebe auch nicht auf und verliere nicht die Hoffnung, eines Tages den lästigen Gast in meinem Kopf loszuwerden.

Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick in mein Leben und meine Gedanken gewinne. Fragen und Kommentare lese und beantworte ich sehr gerne.

Bis dahin gehabt euch wohl und passt gut auf euch auf!

Theresa

 

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More about Theresa aka Robina Hood

Ich blogge seit 2011 auf dieser Seite und bin stets auf der Jagd nach tollen Produkten und Ideen. Gute Produkte kriegen ein GO, schlechte Produkte ein NO. Ich interessiere mich für alles, was das Leben angenehmer und schöner macht: Beauty, Food, Technikgoodies, Fashion und Natur. Folgt mir auch auf Instagram: fraurobinahood

10 Comments
    1. Wirklich toll geschrieben!
      Ich selbst habe in stressigen Situationen auch öfter mal ein Piepen im Ohr. Das verschwindet allerdings durch gleichmäßiges Atmen auch relativ schnell wieder.
      Aber aufgrund dessen kann ich mir nur zu gut vorstellen, wie es sein muss, wenn man dieses Piepen oder Fiepen ständig auf dem Ohr hat.
      Das muss furchtbar sein. Daher finde ich es wirklich toll, wie du damit umgehst. Dich dem Leben trotzdem stellst und für dich eine Möglichkeit gefunden hast, dich besser zu fühlen (unabhängig davon, ob der Tinnitus sich davon beeindurcken lässt).
      Mach weiter so!

      Ganz liebe Grüße
      L.H.P. (Kim)

      1. Vielen Dank für deinen Kommentar,
        du zeigst mit deiner Variante, das kurzzeitige Piepen loszuwerden, schon einen Weg, wie man es auch bei chronischem Tinnitus machen kann: Atemtechniken anwenden, entspannen, Ruhe bewahren oder wieder zur Ruhe kommen, wenn denn Ängste, Stress oder Panik vorherrschen. Ich kann damit leben, will aber nicht. ;D Danke für deinen Support! :)

    1. Hallo Robina, hier wie versprochen ein Kurzbericht zu meiner Tinnitus-Story. Ich hatte meinen erstes Fiepen/Rauschen rechts im Ohr wenige Wochen nach der Schwangerschaft-Botschaft. Es war da und ging nicht mehr, nicht nach Stunden, nicht nach Tagen. Das zwei Sachen so nah beinander liegen, das Wissen ein Kind zu bekommen (mega glücklich) und die Diagnose einen Ton zu haben, der womöglich nie mehr geht, das machte mich fertig. Nach vielen Odysseen durch alle mögliche Behandlungen, die eine Menge Geld kosteten, und nur Enttäuschungen bei mir hinterließen, akzeptierte ich den Ton irgendwann, meiner Tochter zu Liebe. Ich wollte für Sie da sein, für sie LEBEN und für sie stark sein. Das klappte dann auch. Trotzdem gab ich nie auf, und suchte immer wieder nach Lösungen, nach Berichten, …
      Dann ein Besuch beim HNO, meine Tochter war bereits auf de Welt, und die Diagnose, ich hätte Osteosklerose. Eine Verhärtung eine Knochens im Ohr, der dazu führe, dass ich schlecht höre und evtl. den Ton erzeuge. Eine OP würde helfen. Ich würde in jedem Fall wieder hören. Tatsächlich waren meine Ergebnis rechts bei ca. 30% – nur noch – zusammen mit dem Tinnitus gegen 0. Ich hörte meine Tochter nicht mal nachts aufwachen. Schrecklich als Mama. Also ich stimmte der OP zu. Örtliche Betäubung, 1 Stunde OP, 3 Übernachtungen in Tübingen – machbar. Und tatsächlich: ES war weg. Ich hörte besser – bei 85% – und das Fiepen war weg. Stille. Etwas mehr als ein Jahr. Ich war war überglücklich. Unbeschreiblich.
      Mein HNO meinte aber links sei die gleiche Krankheit. Die übrigens meist bei Frauen, einhergehend mit der Hormonumstellung bei der Schwangerschaft eingehe. Und da ich Anfang 30 sei, soll ich es doch gleich nachziehen. Bevor es dort schlechter wird – 60% Hörleistung damals. Nun gut, ich wollte nicht, aber ich dachte, ich muss eh, und dann habe ich es gleich weg.
      Tja, ein Jahr später wieder OP (2014), dieses Mal fatale Entscheidung einer Vollnarkose, dafür nur 2 Übernachtungen – ich wollte einfach nicht nochmal so lange von meiner kleinen Tochter getrennt sein – wieder in Tübingen. Nach der OP aufgewacht und das erste, das ich wahrnahm war ein schrecklich lautes Fiepen links. Panik überkam mich. Und ich stürzte in ein tiefes schwarzes Loch, voller Kortison-Behandlungen, Depressionen, Ängsten, Selbstmordgedanken, ….eine kleine „doofe“ Entscheidung, die ich nicht hätte treffen brauchen, veränderte mein Leben und führte mich zurück zu meinem Dämon. Ein Wunder, dass ich heute hier sitze und diese Zeilen schreiben kann. Denn ich erinnere mich nur dunkel an diese Zeit, aber mein Mann meinte, er hatte täglich Angst um mich. Ich hatte leere Augen, weinte ständig, nahm meine Tochter kaum wahr, … ich war leer und doch von einem schrecklichen Ton erfüllt.
      Irgendwann setze ich alle Medis ab, keine Beruhigung mehr, kein Kortison, … laufen. Nur laufen. Das brachte mich ins Leben zurück. Ich lief. Mit Musik. Und irgendwann merkte ich: Ich laufen schneller, weiter, länger. UND ich vergesse das Fiepen. Ja, es wurde wieder leiser. Und dann fing ich zusätzlich an zu schreiben, zu malen und nahm mein Leben wieder in die Hand. Denn „aufgeben“ ist keine Option. Meine Tochter braucht mich noch. Trotzdem hat diese Zeit einiges in meiner Beziehung zu ihr kaputt gemacht. Das Ur-Vertrauen hat sie eher zu ihrem Papa, und das tut leider weh. Aber wir sind inzwischen in einer Therapie und schaffen das auch noch.
      GLG Anna

      1. Hallo, liebe Anna,
        dakne für deine Geschichte und Erfahrungen. Sollte es mir einmal ähnlich gehen, weiß ich auf jeden Fall, was zu tun ist. Dass dich der Sport extrem motiviert und erfolgreich abgelenkt hat, ist toll zu hören. Ich habe nach einem erfolgreichen und sportlichen Jahr 2013 ab Mitte 2014 wieder zugenommen und bin in ein „Bitte, keinen Sport“-Loch gefallen. Das hat sich sowohl auf mein Wohlbefinden als auch meinen Tinnitus ausgewirkt. Mein Rücken ist zudem extrem verspannt und joggen hat mir keine Laune mehr bereitet, weil das die Spannung noch gefördert hat. Laufen kann durch die Erschütterungen statt Gesundung auch Gegenteiliges bewirken und bei meinem Tinnitus kommt viel aus Nacken, Wirbelsäule und Kiefer. Ich leide auch unter Bruxismus und trage eine Schiene dagegen. Wenn ich mich tagsüber also entspannt und alles für einen „guten Rücken“ getan habe, mache ich nachts, wenn ich wild träume, alles kaputt und presse meine Zähne stark aufeinander. Als ich die Schiene noch nicht hatte, bin ich morgens extrem verspannt und mit Kopfschmerzen aufgewacht. Das hat sich deutlich gebessert. Ich weiß aber morgens immer, wann ich gepresst habe, da meine Kiefermuskeln dann sehr hart sind und ich mir die Innenseiten der Wangen ein wenig angekaut habe, was aber nicht mehr mit Blut im Mund endet, da die Schutzschiene das recht gut dämmt. Ich werde dennoch wieder mit dem Laufen anfangen, da ich merke, dass mein Körper danach schreit. Selbst, wenn mein Rücken dadurch wieder angespannter werden sollte, kann ich mich ja wieder entspannen z.B. auf der Akupressurmatte oder ich gönne mir ab und an ein paar Akupunktursitzungen. Ich würde z.B. nie wieder wegen Rückenschmerzen zu einem Arzt gehen, der nur auf die Schulmedizin setzt und mir eine Spritze geben würde. Das hilft alles nur temporär und bekämpft keine Ursachen. Dann lieben die effektiv gesetzten Akupunkturnadeln, sofortige Besserung und das gute Gefühl, seinem Körper die Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, die er braucht.
        Ich hoffe, dass es bei dir nur noch aufwärts geht und dir deine Familie stets Halt und Freude schenkt. Toll, dass dein Mann dich durch die dunkle Zeit begleitet hat und ihr Seite an Seite gemeinsam in die Zukunft blickt. :)
        Zum Urvertrauen, das deine Tochter eher zu deinem Papa hat: Freu dich, dass du so einen guten Mann hast, der für euch beide da sein konnte und da ist! : ) Da kannst du wirklich stolz auf ihn sein und noch stolzer, dass du nun wieder ein lebendiges Liebchen mit Freude am Leben bist. :)
        Liebe Grüße aus Dresden

    1. Mir war bis eben gar nicht bewußt, dass das du bist, die auch bei der Blogparade dabei ist. ^^
      Das Piepsen im Ohr kenne ich, wie du es auch schon beschrieben hast, nach Konzerten. Das ist dann aber auch schnell wieder weg. Total nervig stelle ich mir das abends beim Einschlafen vor.
      Ich freue mich, dass dir die Akkupunktur hilft. Am blödesten finde ich immer das Gefühl, so hilflos zu sein. Hoffentlich geht´s bei dir noch weiter bergauf.
      Liebe Grüße

      1. Hallo nach Hamburg! Mir ist es auch erst vor zwei Wochen aufgefallen, dass du dabei bist. Ich freue mich schon auf deinen Beitrag und hoffe, du kannst auch ganz vielen Lesern Mut machen … und nicht zuletzt dir selbst. :)
        Tinnitus ist schon eine unschöne Sache, aber … man lernt wirklich viel zu ertragen, wenn einem das Leben lieb ist und man es schafft, nicht im Selbstmitleid zu versinken. Schwer vorstellbar, dass es durchaus Fälle von Tinnituspatienten gibt, die sich am liebsten das Leben nehmen würden, weil der Tinnitus so laut ist. Obwohl ich es mir doch vorstellen kann. Nach meiner zweiten Tinnitussitzung hat sich das Fiepen so extrem verstärkt und war übermächtig laut, dass ich anderthalb Tage rumgelegen und mich gewunden habe. Mir war nur schwindlig und schlecht. Wäre das ein Dauerzustand, würde ich auch in der Erwägung ziehen, dem unwerten und ungenießbaren Leben ein Ende zu setzen. Tinnitus kann einen regelrecht lähmen und aus dem Leben holen. Ich bin sehr froh, die Akupunktur entdeckt zu haben. : )

    1. Gott, das muss Anfangs die Hoelle sein. Ich werde schon von 10 Minuten Tinnitus total aggressiv und genervt. Ich habe ihn sehr selten aber wenn dann wenn ich sehr wenig geschlafen habe oder generell erschoepft bin. Ich hoffe du findest einen Weg den Tinnitus irgendwann ganz loszuwerden. Die moderne Medizin wird hoffentlich auch fuer diesen nervigen Zustand (kann man das Krankheit nennen? Bin mir grade nicht sicher) irgendwann eine Loesung… bis dahin muessen wohl alle, die daran leiden, lernen damit umzugehen. Ich wuensche dir viel Glueck und weiterhin viel Spass mit der Akupunktur und dem Kennenlernen deines eigenen Koerpers :)

      LG Rin

      1. Hallo Rin,
        es war wirklich grausam. Sehr anstrengend und ermattend und man kann sich nicht vorstellen, damit leben zu können. Mein Tinnitus ist so laut, dass ich ihn auch beim Sprechen mit anderen anderen höre. Wenn es um mich herum laut ist z.B. in der Stadt, in der Bahn, beim Einkaufen ist die Hintergrundkulisse so laut, dass sie ihn überlagert und ich ihn kaum wahrnehme. Dörfliche Stille, abends beim Einschlafen oder morgens beim Erwachen lassen ihn sehr kräftig sehr kräftig sein. Tinnitus selbst ist keine Krankheit, eher ein Sympton. Und um ihn wegzubekommen, muss man den Körper wieder ins Lot bringen. Es gibt wohl allerhand Wege und Versuche, das zu tun. Bisher hat nur nichts ganz bei mir gefruchtet. Entspannung ist aber tatsächlich ein Zauberwort. Je weniger Platz man dem Tinnitus gibt, umso weniger Präsenz hat er. Bis man das versteht, vergehen aber einige Monde des Grübelns und Sichquälens.
        Danke für deinen Kommentar! :)

    1. ich hatte nach einem discobesuch auch einen bösen hörsturz und habe dann 10 infusionen bekommen – zum glück ist davon nix mehr übrig geblieben. nur wenn ich ganz viel stress habe, piept es, aber gottseidank nicht dauerhaft. ich fühle mit dir!

      1. Danke für deinen Kommentar. Da kann ich dich nur beglückwünschen, dass du rechtzeitig behandelt worden bist. Ich bin mit meiner Akupunkturbehandlung fast durch (noch eine Sitzung). Leider ist der Tinnitus noch da. Mein Rücken ist aber sehr entspannt. Werde sicher ab und an wieder hingehen und mich nadeln lassen, wenn ich zu viel Stress, Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen habe, denn das bekommt man tatsächlich mit nur einer einzigen Sitzung weg. Fabelhaft. Dennoch werde ich weiter dran bleiben und mich als Vesuchskaninchen für verschiedene Heilungspraktiken opfern bzw. selbst ausprobieren. Am Ende mache ich noch Yoga . ;D

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